Mittwoch, 6. Januar - Epiphanias

© Pfeffer

Was immer du auf Erden verschenkst,

es wird dich in den Himmel begleiten.

(aus dem Koran)

Dienstag, 5. Januar

© N. Gneiting

Der Stern von Bethlehem

„Wo ist der neu geborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen ihn anzubeten“ (Matthäus 2,2).

Die Weisen aus dem Morgenland waren Wissenschaftler, Sterndeuter aus dem Zweistromland. In Babylonien standen riesige Beobachtungstürme. Sie hatten diesen besonders hellen Stern gesehen. Heute wissen wir, was es damit vermutlich auf sich hatte: Es handelte sich wohl um ein seltenes Schauspiel, eine Jupiter-Saturn-Konjunktion, wie sie von der Erde aus um die Wintersonnenwende 2020 herum zu beobachten war. Jupiter galt als „Königsplanet“ und Saturn stand für Israel oder zumindest für das östliche Mittelmeer. Dieses seltene Schauspiel ereignete sich diesmal im Sternbild der „Fische“, was auf eine Geburt hindeutete… 

Und sie brachten dem neugeborenen König ihre Schätze dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Dabei haben sie den Schatz gefunden, den sie wochenlang, monatelang gesucht haben. In den Himmel haben sie geschaut und das Erhabene auf der Erde gefunden, in einer Futterkrippe. Die Geburtskirche in Bethlehem führt uns modernen Schatzsucher sogar unter die Erde, wir finden den Ort der Menschwerdung dort in einer Geburtsgrotte.

Diese Wissenschaftler aus dem fernen Babylonien waren nicht nur Gelehrte, sie konnten auch mit dem Herzen schauen. Gott gab ihnen die Sehnsucht ins Herz, einen Schatz zu suchen, bei dem sie zum Ziel kommen. 

Marlies Haist

Montag, 4. Januar

© Lehmann

Das Weihnachtsbäumlein

Es war einmal ein Tännelein

mit braunen Kuchenherzlein

und Glitzergold und Äpflein fein

und vielen bunten Kerzlein:

das war am Weihnachtsfest so grün

als fing es eben an zu blühn.

Doch nach nicht gar zu langer Zeit,

da stands  im Garten unten

und seine ganze Herrlichkeit

war, ach, dahingeschwunden.

Die grünen Nadeln war´n verdorrt

die Herzlein und die Kerzen fort.

Bis eines Tags der Gärtner kam

den fror zu Haus im Dunkeln,

und es in seinen Ofen nahm-Hei!

Tats da sprühn und funkeln!

Und flammte jubelnd himmelwärts

in hundert Flämmlein in Gottes Herz.

Christian Morgenstern

Sonntag, 3. Januar

© Lotz

Jahreslosung 2021

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist (Lukas 6,36).

Barmherzigkeit… Die genaue Herkunft dieses schönen deutschen Wortes ist nicht eindeutig. Das gotische „Herz für die Armen“ könnte drinstecken, eine Rückübersetzung aus dem lateinischen Misericordia. Für das alt- und mittelhochdeutsche Wort „barmen“ gibt es aber eine eindeutige Übersetzung: „barmen“ heißt Mitleid erregen. Im Deutschen lassen wir das Herz sprechen: Wenn das Leid anderer uns nicht kalt lässt, tut es uns auch weh, beinahe körperlich. In einer Zeit, die so unbarmherzig sein kann. In unserer Sprache sitzen im Herzen die Gefühle, auch das Mit-Gefühl.

Im Griechischen sitzt das Mitgefühl tiefer, mehr in den Eingeweiden. Im Hebräischen sitzt das Mitgefühl im Mutterschoß. Diese weibliche Seite Gottes wird immer wieder in den Psalmen gepriesen:

Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte (Ps. 103).

Der ewige Gott erbarmt sich über sein Volk, wie eine Mutter oder ein Vater sich über die eigenen Kinder erbarmt. Da fließt etwas über. Wie ein Springbrunnen. Ein ewiger Kreislauf, der sich nie erschöpft: Liebe und Barmherzigkeit im Überfluss. Wenn wir uns leer und verbraucht fühlen, sind wir bei Jesus Christus richtig zum Auftanken. Wir können nur weitergeben, was wir selber in Anspruch genommen haben.

In diesem Sinne: ein gnadenreiches, gesegnetes neues Jahr!

Marlies Haist

Samstag, 2. Januar

© Ieva Purina

Am Abend des 31. Dezember kam zu mir ein kleines Büchlein mit Zitaten über die Dankbarkeit. Eins davon möchte ich mit Ihnen teilen.

„Dankbarkeit gibt unserer Vergangenheit einen Sinn, bringt der Gegenwart Frieden und schafft eine Vision für morgen“ (Melody Beattie).

Der Satz passt gut zum Jahreswechsel. Wenn wir einen Rückblick halten, wenn wir versuchen dem nachzuspüren, wo wir gerade im Leben stehen, und wenn wir dem entgegenschauen, was kommt.

Anbei ein Foto von meiner Freundin Ieva Puriņa – mit Steinen an der Ostseeküste in Lettland und einem Anker.

Mit den Steinen verbinden wir meist etwas Schweres. Aber wie wäre es, wenn wir mit jedem Stein ein Dankeschön sagen würden?

Danke für die Familie. Danke für die Freundinnen und Freunde. Danke für das Telefon, damit wir einander anrufen können. Danke für die gut gefüllte Vorratskammer. Danke für die Nachbarn. Danke für die überraschenden Geschenke. Danke für die Musik. Danke für die guten und ermutigenden Worte. Danke für die Bücher und Filme. Danke für die Arbeit. Danke für die Zuversicht. Etc.

Danke für die Hoffnung. Der Anker ist das christliche Symbol für die Hoffnung.

Dankbarkeit und Hoffnung wünsche ich uns in diesem Jahr 2021! 

Ilze Druviņa

Freitag, 1. Januar 2021 - Neujahr

© GEP

  

Donnerstag, 31. Dezember - Altjahrabend

© Pfeffer

Gottes Liebe wärme dich, Gottes Gegenwart umstrahle dich, Gottes Geist möge in dir sein. Gottes Kraft soll in dir wirken, Gottes Zärtlichkeit soll dich beschützten, Gottes Friede soll dich umgeben.

Irischer Segen

Mittwoch, 30. Dezember

© Okapia

Nimm dir Zeit zum Träumen, es ist der Weg zu den Sternen.

Mark Twain

Dienstag, 29. Dezember

© Ernst Münster

Naturwunder auf dem Kreuzbühl

Aus einem kleinen Tannenbaum

wurde, man glaubt es kaum,

tiefverschneit, geschützt vom Winde

über Nacht: MARIA MIT DEM KINDE.

Ernst Münster

Montag, 28. Dezember

© B. Vetter

Die Friedenslichtaktion 2020 steht unter dem Motto:

Frieden überwindet Grenzen

Sonntag, 27. Dezember

© Pfeffer

Möge der Engel, der in die Welt die Botschaft vom Frieden brachte, an deinem Haus nicht vorübergehen, und möge das Kind, das hinter der Armut seine Göttlichkeit verbarg, in deinem Herzen eine Wohnung finden.

Irischer Segenswunsch

Samstag, 26. Dezember - 2. Christfesttag

© M. Haist

Ölberg Vaterunserkirche

Stephanstag

Der 26. Dezember ist ein Gebetstag für bedrängte und verfolgte Christen – neben dem Sonntag Reminiscere (in der Passionszeit), der in der Passionszeit liegt. Die Apostelgeschichte berichtet von Stephanus, der gesteinigt wird. Die Paramente in den Kirchen sind am „Stephanstag“ traditionell rot. Rot ist die pfingstliche Farbe des Feuers, der Liebe und des Heiligen Geistes. Aber wir verbinden mit dieser Signalfarbe auch Gefahr. Die roten Paramente erinnern so auch an die „Blutzeugen“: diejenigen Frauen und Männer, die um ihres christlichen Bekenntnisses willen ihr Leben lassen mussten und müssen.

Das diesjährige Gebet soll vor allem den Menschen im Irak gelten. Diese alten assyrischen Gemeinden waren in ihrer Geschichte immer wieder der Verfolgung ausgesetzt, aber für sie ist die Lage vor allem seit 2003 eskaliert.

Über diesen Link erfahren Sie mehr über die Situation im Irak:

www.service.elk-wue.de/media/Dezernate/Dezernat_1/mission-oekumene-entwicklung/EM_Broschuere_Verfolgte_Christen_WEB.pdf 

Marlies Haist

Freitag, 25. Dezember - 1. Christfesttag

© Lena Voswinkel

Die Geburt Jesu in Bethlehem ist keine einmalige Geschichte, sondern ein Geschenk, das ewig bleibt.

Martin Luther

 

 

Donnerstag, 24. Dezember - Heiligabend

© Ieva Purina

© Ieva Purina

Heiligabend 2020

Heiligabend in einer außergewöhnlichen Zeit. Für manche von uns zum ersten Mal ein anderes Weihnachtsfest. Für andere – es gab schon mal etwas anderes.

Vor ein paar Tagen spricht mich eine Verkäuferin eines Supermarkts auf Russisch an: „Wie geht es Ihnen?“ Ich erzähle ihr, dass mich die Frage bewegt, ob es Gottesdienste am Heiligabend geben soll. Die Verkäuferin schaut mich strahlend an mit einem Blick, der sagt, das ist doch keine Sorge: „Ach was! In der Sowjetunion haben wir immer einen Tannenbaum zu den deutschen Weihnachten aufgestellt. Als die Lehrer in der Schule uns Kinder gefragt haben, ob wir schon einen Tannenbaum zu Hause haben, haben alle mit dem Kopf geschüttelt und die Frage verneint. Der Weihnachtsbaum war das Zeichen von Weihnachten. Wir hatten doch keine Kirchen!“

Dieses Gespräch lässt mich an meine Kindheit denken. Da gab es einen geschmückten Tannenbaum zum Jahreswechsel. Auch Geschenke gab es an Silvester. Als es bei einer Feier des Namenstages Ieva (nach dem lettischen Namenskalender haben Ieva (Eva) und Adam den gleichen Namenstag) am 24. Dezember Geschenke gab, bin ich bei den Bekannten auf den Balkon gegangen und habe voller Dankbarkeit in die Welt gerufen: Danke, Väterchen Frost! Danke!

Dass es Weihnachten überhaupt gibt, habe ich erst Ende der Achtziger Jahre erfahren. In der Wendezeit.

Jetzt sitze ich in meinem Pfarrhaus neben der Emmauskirche und denke: „Wie privilegiert bin ich!“ Ich habe einen Kirchenraum in direkter Nähe. Dieser Raum ist für den Heiligabend geschmückt. Genauso wie die Martinskirche und Thomaskirche.

Schon im Oktober haben wir uns für eine offene Kirche am Heiligabend entschieden. Mit Krippe, Weihnachtsbaum, Musik, andachtlichen Impulsen. In diesen Tagen fiel die Entscheidung nicht leicht, die Kirchentüren offen zu lassen. Es gibt Gründe und Argumente für beides – für das Absagen der Präsenzveranstaltungen und für das Offenbleiben.

Das Weihnachtsfest wird dieses Jahr anders sein. Mit oder ohne Kirche. Manches wird fehlen. Anderes wird eine Überraschung und Neuentdeckung sein. 

Das Wesentliche des Weihnachtsfestes bleibt durch alle Krisenzeiten hindurch: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids (Lukasevangelium 2, 10-11).

Das ist die Botschaft des Engels an die Hirten vor Bethlehem damals vor 2000 Jahren und an uns heute an Weihnachten 2020.

Was für ein Privileg, das „Fürchtet euch nicht“ und große Freude zugesprochen zu bekommen!

Ilze Druviņa

Mittwoch, 23. Dezember

© N. Gneiting

Dienstag, 22. Dezember

© N. Gneiting

Worte, die bleiben

Unsere Tage sind angefüllt mit Worten. Informationen und Floskeln, wichtige Gespräche und nichtiges Gerede, Fragen und Antworten, liebevolle Worte und Streit. Worte, die einander abwechseln. Was Bedeutung hat und was nicht, ist manchmal schwer zu unterscheiden. War dies ein Versprecher oder war es vielleicht ein Versprechen? Welche Worte sind nur Schall und Rauch und auf welche Worte kann ich mich verlassen? Wo finde ich Worte, die bleiben?

Das Johannesevangelium beschreibt, wie die Weggefährt*innen von Jesus plötzlich erkennen: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ Johannes 6,68

Petrus ist es, der diese Worte ausspricht, stellvertretend für alle, die ihre Erfahrungen mit Jesus gemacht haben. Nicht nur seine Worte, sein ganzes Leben sprach von der Liebe Gottes. Menschen wurde Vergebung zugesprochen, Gebundene befreit, Kranke geheilt, Suchende erfuhren Orientierung. In den Worten Jesu leuchtet Gottes Gegenwart auf. Sie sind verlässlich und behalten ihren Wert. Petrus kann sich ein Leben ohne diese Worte nicht mehr vorstellen.

Idee für den Tag:

Ich halte heute von Zeit zu Zeit inne und überlege, gibt es ein Wort, dass für mich bleibenden Wert hat?

Nicole Gneiting

Montag, 21. Dezember

© N. Gneiting

21. Dezember – Thomastag

Wie schwer kann das Glauben und Vertrauen fallen… Mittendrin in weitreichenden Entscheidungen fällt es mir nicht leicht, den Überblick zu behalten. Was will Gott jetzt von mir? Sehe ich die Dinge richtig? Was darf ich glauben, was sollte ich anzweifeln? Heute ist der Tag des Jüngers Thomas – schon wieder ist zu Beginn des Kirchenjahrs, im Advent, ein Hinweis auf das Osterfest versteckt: Thomas ist der Jünger, der am längsten daran zweifelt, dass Jesus auferstanden ist. Und Jesus sagt zu ihm: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“

Mitten in der längsten Nacht des Sonnenjahres wenden sich die Tageszeiten: Die Tage werden wieder länger, vom Dunkel bewegt sich die Schöpfung ins Licht, vom Zweifel kommen wir zum Schauen. Welches Wort des Auferstandenen will ich heute mitnehmen? Ich bin das Licht der Welt… ich bin die Tür… Ich bin der gute Hirte… Ich bin das Brot des Lebens… Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben… Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben… Ich bin die Auferstehung und das Leben…

Der Spruch zum Thomastag

Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der da Frieden verkündigt, Gutes predigt, Heil verkündigt, der da sagt zu Zion: Dein Gott ist König!

Marlies Haist

Sonntag, 20. Dezember - 4. Advent

© M. Haist

© M. Haist

Dein Reich komme

Würden Sie sich einen Spruch aus der Heiligen Schrift über die Haustür setzen? Diese Bitte aus dem Vaterunser steht auf einem Türsturz in Haifa, in Israel. Auf dem anderen Foto lesen wir Psalm 15,1 über einem Deko-Weihnachtsmann. Das Besondere in Haifas Hafenviertel: Diese Bibelsprüche sind in deutscher Sprache verfasst. Nicht alle Bewohner dürften die Sprüche verstehen. Heute leben in den Häusern im Hafengebiet dieser israelischen Industriestadt hauptsächlich christliche Araber. An mancher Haustür ist auch eine Mesusa zu sehen: die Kapsel mit dem „Schema Jisrael“, die religiöse Juden an ihren Haustüren befestigen. Haifa ist ein Beispiel für eine gute jüdisch-arabische Koexistenz.

Die deutschen Sprüche haben die Templer angebracht. Die Templergesellschaft hat nichts mit dem Orden aus der Kreuzritterzeit zu tun, sondern es handelt sich um schwäbisch-pietistische Christenmenschen, die in Erwartung der Wiederkunft Christi um 1850 im damaligen Palästina Siedlungen gründeten. Aus diesen „deutschen Kolonien“ ging unter anderem die Stadt Haifa hervor, die am Carmelgebirge am Mittelmeer liegt.  Das Viertel wurde teilweise aufwändig renoviert. Überall stehen viersprachige Info-Tafeln. Weitere Sprüche: Befiehl dem Herrn deine Wege, er wird´s wohl machen (Psalm 37,5) oder „Immanuel – Gott mit uns“ (Matthäus 1,23).

Marlies Haist

Samstag, 19. Dezember

© Rosel_Eckstein_pixelio.de

Geduld und Humor sind Kamele, die uns durch jede Wüste tragen.

Arabische Weisheit

Freitag, 18. Dezember

© N. Gneiting

Donnerstag, 17. Dezember

© M. Haist

Ostern im Advent

Der 17. Dezember gilt auch als Tag des Lazarus: Die Hoffnung auf die Auferweckung der Toten hat auch im Advent Platz – nicht nur als endzeitliche Verheißung Gottes, sondern als Heilstat Gottes, wie sie sich schon in diesem Leben ereignen kann. 

Al-Azarije heißt das Dorf auf dem Ölberg heute, welches uns aus den Evangelien mit dem Namen Bethanien – „Haus der Armut“ – bekannt ist. Dort war Jesus oft zu Gast bei den Schwestern Maria und Martha und deren Bruder Lazarus.

Bethanien ist Schauplatz der radikalsten Heilungsgeschichte, die ein Evangelist von Jesus erzählen kann: die Auferweckung des Lazarus. Jesus weint um seinen toten Freund. Die trauernden Schwestern empfangen ihn mit Vorwürfen, weil er zu spät kommt, und trauen ihm doch alles zu. Lazarus, der in seine Grabtücher gewickelt aus seinem Grab kommt, war ein Motiv auf der Osterkrippe in der Michaelskirche Buttenhausen; das Foto wurde 2010 dort aufgenommen.

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer da lebt und glaubt an mich, wird nimmermehr sterben (Johannes 11,25-26).

Der Name „Lazarett“ für ein Krankenhaus kommt übrigens von einem anderen Lazarus, von dem Jesus im Lukasevangelium erzählt (16,20): Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor der Tür eines Reichen voll von Geschwüren… Als er starb, wurde er von Engeln in Abrahams Schoß getragen.

Marlies Haist

Mittwoch, 16. Dezember

Der erste Schnee

© Lotz

Zum Advent

Theodor Fontane

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,

aber als Knecht Ruprecht schon

kommt der Winter hergeschritten,

und alsbald aus Schnees Mitten

klingt des Schlittenglöckleins Ton. 

Und was jüngst noch, fern und nah,

bunt auf uns herniedersah,

weiß sind Türme, Dächer, Zweige,

und das Jahr geht auf die Neige,

und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,

heute bist du uns noch fern,

aber Tannen, Engel, Fahnen

lassen uns den Tag schon ahnen,

und wir sehen schon den Stern.

 

ausgesucht von Gisela Pullwitt

Dienstag, 15.12.2020

Ein Hinweis auf den musikalischen Adventskalender von SÜDLICH VON STUTTGART:

https://advent.svs-music.de/

 

 

 

Montag, 14. Dezember

Kreisverkehr

© M. Haist

Das Foto ist ein Schnappschuss aus der Stadt Zfat (Safed), die im Norden Israels liegt. Sie ist eine Stadt der Mystiker und Künstler. Hier hat jemand mitten auf das Verkehrsschild einen Aufkleber befestigt mit dem Slogan: „Kadima Maschiach!“ Auf deutsch: „Vorwärts, Messias! Mach schon, komm endlich!“

Der Kreis steht für Vollkommenheit und Unendlichkeit, In-sich-Genüge-Haben. Da ist eine Mitte, um die sich alles dreht. Wiederholung tut gut. Einen Kreis kann man schließen oder öffnen. Wir können uns aber auch im Kreis drehen. Und sehnen uns nach einer heilsamen Unterbrechung unserer kreisenden Gedanken, von manchen unheilvollen Spiralen von Gewalt und Gegengewalt.

Israel wartet auf den Messias, den Davidsohn und König, verheißen in der hebräischen Bibel. Wir Christen warten ebenfalls: auf Christus, den Gesalbten, den auferstandenen Gottessohn. Immer wieder rufen wir mit den aramäischen Worten: „Marana-tha! Unser Herr, komm!“

Marlies Haist

Sonntag, 13. Dezember - 3. Advent

Feuer

© Ieva Purina

Veni Sancte Spiritus, tui amoris ignem accende. 

Come, Holy Spirit, and kindle the flame of your love. 

Komm, Heiliger Geist, entzünde das Feuer deiner Liebe.

Heute ist der Gedenktag der heiligen Lucia.

Einer Frau, die im vierten Jahrhundert in Sizilien lebte. In Schweden, wo im Winter die Tage besonders kurz und dunkel sind, wird sie besonders verehrt. Es gibt den Brauch in Schweden, dass die älteste Tochter Kerzen auf einem grünen Kranz trägt und die schlafende Familie weckt. Die Krone geht zurück auf die Märtyrerzeit, in der Lucia lebte. Um die Hände für Essen und Trinken für die in einer Höhle versteckten christlichen Freunde frei zu haben, bastelte Lucia einen Kranz aus Ästen und steckte dort Kerzen hinein, damit sie in der Dunkelheit der Höhle Licht hatte. Auch wenn wir uns wegen unseres Glaubens nicht verstecken müssen, brauchen wir alle Licht. Das Kerzenlicht in unseren Häusern und die Beleuchtung auf den Straßen tun gut in diesen Dezembertagen. Aber noch wichtiger als das sichtbare Licht ist das Licht unserer Herzen, unserer Liebe. Dieses Licht macht die Welt um uns heller. Das Leben leichter. Es erfreut die Menschen um uns. Komm, Heiliger Geist, entzünde das Feuer deiner Liebe in uns und um uns!

Ilze Druviņa

Samstag, 12. Dezember

Adventszeit war vor allem Fastenzeit. Die Menschen reinigten Körper und Geist, um für die Ankunft Gottes auf Erden vorbereitet zu sein. Bis ins sechste Jahrhundert dauerte diese Spanne noch fünf bis sechs Wochen. Auf dem Konzil von Lerida (524 oder 526) wurde diese Phase auf vier Wochen verkürzt. Die Christen verzichteten nicht nur auf bestimmte Speisen, sondern auch auf Tanz und Feiern. Selbst bei Hochzeiten wurde kein Fest gefeiert. 

Papst Gregor begrenzte dann noch zusätzlich im 7. Jahrhundert die Zahl der Adventssonntage auf 4. Dabei symbolisiert die Zahl vier die viertausend Jahre, in denen die Menschen auf die Ankunft des Heilands warten mussten. Es heißt ja im Johannesprolog: „im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott“ – daraus schloss man, dass Jesus schon bei der Erschaffung der Welt dabei war. Und anhand der biblischen Geschichten wurde dann errechnet, dass von der Erschaffung der Welt bis zu Jesu Geburt 4000 Jahre vergangen sind. 

Gisela Pullwitt

Freitag, 11. Dezember

© N. Gneiting

Donnerstag, 10. Dezember

© M. Haist

Chanukka

Dieses Foto ist in Buttenhausen entstanden. Vor zehn Jahren wurde dort erstmals ein selbstgebastelter neunarmiger Chanukkaleuchter aufgestellt: in der Ortsmitte am Denkmal für die deportierten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Dieses Lichterfest ist ein fröhliches jüdisches Familienfest. Die Wohnungen und Häuser sind festlich geschmückt mit Palmen- und Tannenzweigen. Rote Granatäpfel und Zitrusfrüchte verzieren den Schmuck. Kerzen brennen. Es wird viel Fettgebackenes wie Krapfen und Kartoffelpuffer gegessen.

Die Geschichte des Chanukkafestes – Tempelweihfestes – geht auf die beiden biblischen Bücher der Makkabäer zurück: Der Tempel in Jerusalem war vor bald 2100 Jahren unter Alexander dem Großen durch den Zwang zur Verehrung anderer Götter entweiht und musste kultisch gereinigt werden, bevor der Ölleuchter im Zentrum wieder angezündet werden konnte. Dieser durfte nie ausgehen. Es war aber nur noch ein einziger verschlossener Krug geheiligten Öls übrig. Das Wunder war nun, dass dieser eine Krug nicht nur einen Tag, sondern die ganze Woche ausreichte, bis das neue Öl verfügbar war. Zur Erinnerung an dieses Ölwunder feiern die Juden in der ganzen Welt am 25. Tag des jüdischen Monats Kislew das achttägige Lichterfest, das zeitlich meistens in unsere Adventszeit fällt.

Marlies Haist

Mittwoch, 9. Dezember

© Lotz

© Lotz

Denkmal der Menschenrechte in Hanau

Morgen, am 10. Dezember, ist der internationale Tag der Menschenrechte.

Charta der Vereinten Nationen – Präambel

Wir, die Völker der Vereinten Nationen - fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat, unseren Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit, an die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von allen Nationen, ob groß oder klein, erneut zu bekräftigen, Bedingungen zu schaffen, unter denen Gerechtigkeit und die Achtung vor den Verpflichtungen aus Verträgen und anderen Quellen des Völkerrechts gewahrt werden können, den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandard in größerer Freiheit zu fördern, und für diese Zwecke Duldsamkeit zu üben und als gute Nachbarn in Frieden miteinander zu leben, unsere Kräfte zu vereinen, um den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren, Grundsätze anzunehmen und Verfahren einzuführen, die gewährleisten, dass Waffengewalt nur noch im gemeinsamen Interesse angewendet wird, und internationale Einrichtungen in Anspruch zu nehmen, um den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt aller Völker zu fördern - haben beschlossen, in unserem Bemühen um die Erreichung dieser Ziele zusammenzuwirken. Dementsprechend haben unsere Regierungen durch ihre in der Stadt San Franzisco versammelten Vertreter, deren Vollmachten vorgelegt und in guter und gehöriger Form befunden wurden, diese Charta der Vereinten Nationen angenommen und errichten hiermit eine internationale Organisation, die den Namen "Vereinte Nationen" führen soll.

Quelle: Charta der Vereinten Nationen San Francisco,  26. Juni 1945

Marlies Haist

Dienstag, 8. Dezember

© Ieva Purina

Besser ist es, ein Licht anzuzünden,

als auf die Dunkelheit zu schimpfen.

Chinesisches Sprichwort

Montag, 7. Dezember

© Quelle: ACK

Ökumenisches Hausgebet im Advent

Das Ökumenische Hausgebet im Advent 2020 findet am Montag 7. Dezember statt.

Motto: "Kind oder König" 

Die Glocken der christlichen Kirchen in Baden-Württemberg laden am Abend des 7. Dezember 2020 um 19.30 Uhr wieder zum Ökumenischen Hausgebet im Advent ein.

Da es in diesem Jahr schwierig ist, sich zuhause zu treffen, bietet die Evangelische Kirchengemeinde Ebingen an, das Hausgebet gemeinsam um 19.30 Uhr in der Martinskirche zu feiern.

Das Liturgieheft 2020 als pdf-Datei finden Sie hier.

Ein YouTube-Video der ACK-Württemberg ist hier hinterlegt.

Sonntag, 6. Dezember - 2. Advent

Nikolaustag

© Badel

Nikolaus

Nikolaus lebte im 4. Jahrhundert in Myra, dem heutigen Demre an der türkischen Südküste. Seine Menschenliebe ist der Kern aller Geschichten, das Quäntchen Wahrheit, das jeder Legende innewohnt.

Wahrscheinlich jeder kennt die Geschichte, wie Nikolaus für die Töchter eines armen Adligen Geld ans Fenster legt, damit diese sich nicht in einem Bordell die eigene Mitgift erarbeiten müssen. Nikolaus wurde sehr schnell populär; bereits im 6. Jahrhundert entstand ein byzantinisches Gotteshaus über seiner Begräbnisstätte. Zu uns gekommen ist Nikolaus durch Prinzessin Theophanu, der griechischen Gemahlin Otto I. Mit ihr reiste der Nikolauskult über die Alpen. Das war im 10. Jahrhundert und so alt ist auch der Brauch in Deutschland, dass Nikolaus die Kinder besucht und beschenkt. Vom Bischof aus Myra im 4. Jahrhundert ist nicht mehr viel übrig geblieben, außer der Hauptsache: dass da einer kommt und was schenkt, meistens sogar, ohne dass man es sich verdient hätte, klammheimlich, mitten in der Nacht, ohne groß Aufhebens von sich zu machen. Bischof Nikolaus hat gut für seine Gemeinde gesorgt.

Zu seiner Zeit verlor das Römische Weltreich an Macht und Einfluss, viele Menschen hungerten und verloren ihre Arbeit. Er hat versucht, mit seinen Möglichkeiten zu helfen und verteilte die Einnahmen seiner Kirche an die, die durch den Staat nicht mehr versorgt wurden.

Und so halten es viele Kirchengemeinden bis heute – indem sie unbürokratisch und im Verborgenen kontinuierlich Hilfe leisten, ohne laute Schlagzeilen und ohne Fernsehpräsenz, unabhängig von staatlicher Förderung oder dem jeweiligen Zeitgeist.

Die Arbeit mit Obdachlosen, Prostituierten, Straßenkindern, Drogenabhängigen, gestrandeten Seeleuten oder verarmten Menschen wäre ohne kirchliches Engagement gar nicht möglich. Bischof Nikolaus ist einer der Urahnen dieses Dienstes am Nächsten,

Er hatte freilich die Mittel um helfen zu können, aber er hatte vor allem eine solche Liebe zu den Menschen, dass er ihre Not wahrgenommen und zu seiner Sache gemacht macht. Darum wünsche ich uns, dass es uns gelingt, den Nikolaus in uns zu wecken – denn anderen zu helfen, denen es weniger gut geht ist immer zeit – wir müssen nur die Augen aufmachen. So, wie der Nikolaus.

Gisela Pullwitt

Samstag, 5. Dezember

Werkstatt

© Ieva Purina

Als ich meine Freundin Ieva Puriņa gebeten habe, ob sie mir ein paar Bilder für den Adventskalender unserer Kirchengemeinde schicken könnte, hat sie mir unter anderem dieses Bild zukommen lassen. Die Werkstatt ihres Vaters.

Dieses Bild hat etwas von einem Suchbild. Wenn man genau hinschaut, kann man Weihnachtliches entdecken.

In der Mitte stehen zwei Kerzenständer. Gerade gemacht. Dahinter zwei Holzstücke. Unscheinbar. Im Halbschatten. Aber: Aus diesen werden die nächsten Lichtquellen entstehen.

Das wünsche ich mir und Ihnen, dass wir in dieser Adventszeit im Unscheinbaren und Unerwarteten unter vielem anderen unsere Lichtquellen entdecken!

Ilze Druviņa

Freitag, 4. Dezember

Kirschzweige

© epd_Schellhorn

Barbara

"Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da“. Zweige von Forsythien, Kirschen, aber auch andere Obstbäume eignen sich, das Wunder der Blüten im tiefsten Winter zu erleben. Wenn vor dem 4. Dezember noch kein Frost gefallen ist, helfen ein paar Stunden in der Gefriertruhe und ein anschließendes warmes Bad, die Stoffe freizusetzen, die die Blüten hervorbringen. 

Barbaras Lebensgeschichte ist völlig von Legenden überdeckt. Gesichert ist, dass sie im 3. Jahrhundert in der Türkei lebte. Sie war die Tochter des wohlhabenden Dioscuros in Nikomedien. Barbara war fasziniert von der christlichen Lehre und sie hatte auch Kontakt zu einer Gruppe Christen, die im Untergrund lebte. Ihr Vater, ein fanatischer Christenhasser, ließ für sie einen Turm bauen, in dem er sie einsperren wollte, um künftige Begegnungen zu unterbinden. Barbara erklärte ihm, dass sie sich habe taufen lassen, worauf ihr Vater sie vor den Statthalter brachte, der den Christen auch nicht wohlgesonnen war. Einige Legenden berichten, wie Barbara geschlagen und gefoltert wurde und immer geschah ein Wunder, um ihr das Leben zu retten. Letztlich verurteilte sie der Statthalter zum Tode – ihr eigener Vater vollstreckte das Urteil und wurde daraufhin vom Blitz erschlagen. Im Rheinland kommt Barbara große Bedeutung als Gefährtin von Nikolaus zu, an vielen Orten ist es sogar sie, die die Kinder beschert.

Gisela Pullwitt

Donnerstag, 3. Dezember

© Nicole Gneiting

Mittwoch, 2. Dezember

Jan van Ruusbroec

© wikipedia

Heute ist der Gedenktag des Jan van Ruusbroec. Er war flämischer Theologe und ein Schüler von Meister Eckhart. Mit mehreren Freunden gründete er eine geistliche Gemeinschaft in Groendaal, ganz in der Nähe von Brüssel. Eine seiner Hauptthesen ist, dass Gott in jedem Menschen wohnt und wirkt, so wie es die Vorstellung der Gottebenbildlichkeit ja auch nahe legt.

"Das Bild Gottes ist in allen Menschen wesentlich und persönlich vorhanden. Auf diese Weise sind wir alle eins, innig vereint in unserem ewigen Bilde, welches das Bild Gottes und der Quell all unseres Lebens ist.“  

Gisela Pullwitt

Dienstag, 1. Dezember

Kerze

© Marlies Haist

Jesus Christus spricht: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern wandeln, sondern das Licht des Lebens haben“ (Johannes 8,12).

Niemand darf Gott sehen. Selbst Mose durfte den Ewigen nur von hinten wahrnehmen. Von Angesicht zu Angesicht wäre er vergangen. Gottes Herrlichkeit und Gewicht strahlt heller als die Sonne. Er ist reines, ungebrochenes Licht. Gott wird Mensch, sein Licht kommt in unsere Welt. Christus ist für uns das schönste Licht, das wir uns gar nicht vorstellen können.

Wir brauchen Gottes Licht, denn in unserer Welt gibt es viel Finsteres, was uns Angst macht, wo wir leiden oder mitleiden. Deshalb scheint Gottes Licht in unsere Welt hinein, damit wir nicht im Finstern tappen, sondern immer wieder einen Lichtblick finden. Christus tröstet uns, wenn wir Angst haben und traurig sind.
Am Christfest werden unsere Kirchen wieder mit weißen Paramenten geschmückt. Die Farbe von Weihnachten und Ostern ist weiß. Weiß ist eigentlich gar keine Farbe, sondern einfach nur das ungebrochene Licht. Wenn es sich bricht – in den Wolken oder in einem Prisma, dann wird das ganze Spektrum des Regenbogens sichtbar.

Jesus Christus hat das reine Licht beim himmlischen Vater verlassen und ist in unsere gebrochene Welt gekommen, die doch auch so bunt und schön sein kann, wie sie erschaffen und gemeint wurde. 
Möge unser Herr sein Licht in unsere Welt hinein strahlen lassen, wo es dunkel ist, wo Menschen sich nach Lichtblicken sehnen. 

Marlies Haist

Montag, 30. November

lila Parament Thomaskirche

© Marlies Haist

Seit gestern, dem ersten Adventssonntag hängen sie wieder neu von Kanzel und Altar:  Zum Schmuck der Kirche gehören auch die Paramente. Die Farbe ist im Advent violett, eine königliche Farbe und die Farbe der Nacht, kurz bevor der Morgen dämmert. Advent und die Passionszeit sind Zeiten der Vorbereitung, der Umkehr. Die Bußzeiten waren früher auch Fastenzeiten. Als Gläubige bereiten wir uns auf die Christusfeste vor: auf das Fest der Christgeburt und auf das Fest seiner Auferstehung. Dann darf auch auf den weißen Paramenten sein helles, klares, ungebrochenes Licht strahlen.

Marlies Haist

Sonntag, 29. November - 1. Advent

© Wodicka

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. (Lukas 21, 28)

Darum geht es im Advent: wir warten auf die Ankunft unseres Gottes auf Erden. Er ist schon so nah, dass wir ihm entgegensehen können. Darum wird es Zeit, den Blick weg von allem zu wenden, was uns allzu sehr an die Erde bindet.

Ich weiß ja nicht, in welcher Körperhaltung sie durch ihre Tage gehen, aber sie können es gleich ausprobieren: richten Sie die Augen auf den Boden. Der Blick engt sich ein und vielleicht fallen sogar die Schultern ein wenig nach vorn. Mit der Zeit wird man so richtig trübsinnig. Und wenn Sie jetzt den Blick heben, dann öffnet sich der Horizont, die Brust weitet sich, Sie richten sich auf. Innerlich und äußerlich. Sofort fühlen Sie sich besser.  

Darum: Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht!

(siehe auch Ev. Gesangbuch Nr. 21)

Gisela Pullwitt